Am Mittwoch, den 24.06.2015 startete die Klasse 9e mit Frau Collini und Herrn Dr. Korn zu einer mehrtägigen Studienfahrt im Rahmen des Geschichtsunterrichts. „Stützpunkt“ war die Franken-Akademie im Schloss Schney in Lichtenfels, die Seminare zur geschichtlich-politischen Bildung anbietet. Unser Thema für die nächsten drei Tage war „Das demokratische Deutschland vor dem Hintergrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit“.

 

In der Akademie angekommen, ging es nach einer kurzen Einführung in die Thematik mit dem ersten Baustein los. In Arbeitsgruppen beschäftigten wir uns mit verschiedenen Kernaspekten der Zeit des Nationalsozialismus, z.B. mit der NS-Ideologie und der Machtübernahme, und präsentierten diese anschließend. Da wir uns die Teilbereiche selbst erarbeiteten, war das Ganze spannend und interessant und die Zeit bis zum Abendessen verging im Flug.

 

Der Donnerstag begann mit einem Vortrag unseres Referenten Herr Jauernig. Er spannte den Bogen von der NS-Vergangenheit zum Rechtsextremismus heute und informierte uns über verschiedene rechtsradikale Gruppierungen.

 

Nach dem Mittagessen fuhren wir mit unserem Bus nach Weimar, um dort in der Nähe das Konzentrationslager Buchenwald zu besichtigen.
Über den Besuch in einem Konzentrationslager lässt sich nur schwer berichten. An dieser Stelle seien deshalb einige Stationen aufgeführt, die uns die Grausamkeit des NS-Regimes besonders verdeutlicht haben:

 

Die „Karacho-Straße“:  Diese mussten die Häftlinge bei ihrer Ankunft mit Karacho entlang rennen, von SS-Männern wurden sie dabei ausgepeitscht und Hunde wurden auf sie gehetzt.

 

Das Eingangstor mit dem Spruch: „Jedem das Seine“. Durch dieses Tor mussten die Gefangenen mindestens zweimal am Tag gehen und somit immer diesen Spruch lesen. Über dem Tor ist eine Uhr, die heute still steht. Sie zeigt die Uhrzeit an, zu der das KZ am 11.04.1945 von den Amerikanern befreit wurde.

 

Der Appellplatz: Hier mussten die Lagerinsassen morgens und abends bei Wind und Wetter zum Durchzählen antreten. Wer zusammenbrach, wurde bestraft. Manchmal ließ man die Menschen auch einfach stehen, einmal 19 Stunden am Stück.

 

Das Krematorium: Der schrecklichste Ort. Unser „guide“ erklärte uns vorher, was uns in diesem Gebäude erwarten würde und stellte uns frei hineinzugehen oder nicht.

 

Der Zoo hinter dem Stacheldrahtzaun, der als Freizeitvergnügen für die SS-Leute und ihre Familien eingerichtet wurde. Die Häftlinge konnten mitansehen, wie gut die Tiere behandelt wurden.

 

Die letzte Etappe unserer Studienreise führte uns dann am Freitag nach Nürnberg. Dort  besuchten wir das NS-Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichspartei-tagsgelände. In Kleingruppen informierten wir uns über die verschiedene Gebäude/Bestandteile des riesigen Geländes und stellten diese dann vor.
Das Gelände wurde auf Hitlers Wunsch errichtet. Besonders beindruckend war die halbfertige Kongresshalle. Die Wände der Halle sollten 70 Meter hoch sein und für 50.000 Menschen Platz haben. Wegen dem zweiten Weltkrieg wurde der Bau eingestellt, die Wände sind nun „nur“ 31 Meter hoch und das Dach fehlt.
Heute überlegt die Stadt Nürnberg, wie man das Gelände weiterhin nutzen kann: Als Erholungspark oder als Erinnerungsort? Auf dem Zeppelinplatz werden manchmal Konzerte gegeben und auf dem Noris-Ring finden Autorennen statt.

 

Wir fanden die Studienfahrt insgesamt sehr spannend und im Vergleich zum normalen Unterricht viel anschaulicher und interessanter. Über die Zeit des Nationalsozialismus haben wir sehr viel gelernt. Das vergisst man nicht sehr schnell!

 


Text: Sina Kraft, Sarah Tron, Frau Collini
Bilder: Frau Collini

 

Studienfahrt

 

Studienfahrt

 

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